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Posts Tagged ‘Historisches’

An einem alten, heute kaum noch begangenen Wirtschaftsweg im Wald am Stork befindet sich ein ehemaliger Kohlenmeilerplatz, der im Unterschied zu vergleichbaren Standorten in der Region jedoch nicht in den amtlichen Kartenwerken eingezeichnet ist.

Meilerplatte Stork 1
Ehemaliger Kohlenmeilerstandort am Stork (Foto: © IG Stork)

Im vergangenen Jahrtausend stellten hier Köhler aus Holz Holzkohle her. Zuletzt geschah das vermutlich im 19. Jahrhundert, als in der frühindustriellen Eisenverhüttung und -verarbeitung statt Holzkohle immer mehr Steinkohle eingesetzt wurde. In unserer Gegend wurde das Ende des meist von Kleinbauern nebenbei betriebenen Köhlereihandwerks v.a. durch den technischen Fortschritt im Steinkohlebergbau, durch den enormen „Kohlehunger“ des Ruhrgebiets und durch die Entwicklung des Eisenbahnwesens beschleunigt.

Meilerplatte Stork 3
Verdeutlichung der ebenen Meilerplatte im Gelände, links außerhalb des Bildrandes befindet sich ein Quellbereich (Foto: © IG Stork)

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Norbert Schücke berichtete in einem kurzen bebilderten Beitrag in seinem persönlichen Blog (derzeit bei derwesten.de nicht mehr verfügbar) über diverse historische Fundstücke.

Funde N. Schücke

Fundstücke vom Stork (Foto: © N. Schücke)

Demnach hat er am Stork neben einigen Knochen u.a. einen steinzeitlichen Feuerstein und mehrere Keramikscherben aus dem 9. bis 13. Jahrhundert gefunden, was für die Siedlungsgeschichte im Raum Volmarstein äußerst interessant ist. Mittlerweile ist der Stork als Fundstelle beim LWL bekannt (www.lwl-archaeologie.de; zuständig für den Regierungsbezirk Arnsberg ist die Außenstelle Olpe).

Wir sind gespannt, was die archäologischen Denkmalpfleger noch über die Funde herausfinden und was die Ergebnisse für die Gewerbegebietsplanungen bedeuten.

[Update November 2009] Mit Schreiben vom 13. Oktober 2009 teilte „LWL–Archäologie für Westfalen“ mit, dass die Fragmente des Fundpunkts AKZ 4610,115 wissenschaftlich angesprochen wurden als:

  • 4 Wandstücke oxidierend gebrannte Irdenware, teilweise mit Bemalung Pingsdorfer Art,
  • 3 Wandstücke Irdenware Paffrather Art,
  • 1 Randstück und 1 Bandhenkelfragment Protosteinzeug,
  • 1 Feuersteinabschlag (Steinartefakt).

Die historisch interessanten Keramikfunde wurden dabei als hochmittelalterlich eingeordnet (siehe auch www.rheinische-keramik.de). Feuersteine wurden in der Steinzeit als Werkzeuge verwendet.

[Update Februar 2011] Die im Rahmen des Planverfahrens abgegebenen LWL-Stellungnahmen zu den Funden (bzw. zu einer eventuell vorhandenen hochmittelalterlichen Siedlungsstelle) wurden von der Stadtverwaltung für den zweiten Bebauungsplanentwurf aufgegriffen. Ausdrücklich wurde vermerkt, dass vor einer Bebauung insbesondere das südliche Plangebiet mit Baggersondagen zu untersuchen ist, ggf. im Zusammenhang mit Vorbereitungsarbeiten zur Erschließung.

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Was vielen Bürgern unbekannt ist: Im Wald am Stork ist noch ein isolierter Abschnitt der ehemaligen Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn erhalten.

Die vom Industriepionier Friedrich Harkort gegründete Schlebusch-Harkorter-Bahn war – sechs Jahre bevor die Dampflok „Adler“ auf der Strecke Nürnberg–Fürth in Bayern fuhr – bei ihrer Eröffnung 1829 die erste deutsche Eisenbahngesellschaft, auch wenn die Strecke bis 1876 noch als Pferdebahn betrieben wurde. Gebaut wurde die Schmalspurbahn zwischen Haspe und Silschede ursprünglich zum Transport von Steinkohle aus dem Schlebuscher Revier zur Harkortschen Fabrik an der Ennepe. Später diente sie in zwei Teilabschnitten als „Schlackenbahn“ (Hasper Hütte–Enerke) und als „Knorrbahn“ (Schmandbruch–Silschede).

Hier am Stork verkehrte die letzte Dampfeisenbahn im Jahr 1959. Heute ist der Trassenrest ein kulturhistorisches Kleinod, das im weiteren Verlauf Richtung Silschede als rund 2 km langer Waldwanderweg gut zugänglich ist (nördlich der Schwelmer Straße).

Kohlenbahn-Damm
Damm der alten Kohlenbahn am Stork, Blick nach Westen (Foto: © IG Stork)

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