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Gestern, am 20. Januar 2012 machte die Flächenverbrauchsuhr des WLV Station auf dem Volmarsteiner Hof Hinnebecke, einem von zwei Bauernhöfen, die direkt von den Planungen des Gewerbegebiets „Am Stork“ betroffen sind.

633 Millionen Quadratmeter in zehn Jahren

Die Uhr zeigt die in Nordrhein-Westfalen vorhandene Landwirtschaftsfläche an – jede Sekunde zwei Quadratmeter weniger. An einem ganzen Tag ergibt das einen Verlust von 172.800 m². Dieser Flächenverbrauch geht vor allem auf Baumaßnahmen zurück (neue Gewerbe- und Wohngebiete, Straßenbau). In der Realität sind es sogar noch etwas mehr, was daran liegt, dass die offiziellen Landesdaten zugunsten einer klaren Sekundentaktung abgerundet wurden.

Flächenverbrauchsuhr des WLV
Flächenverbrauchsuhr – Jede Sekunde zwei m² Landwirtschaftsfläche weniger in NRW! Im Hintergrund Häuser der Siedlung „Am Loh“, Gewächshäuser der BBW-Gärtnerei und die Weidefläche, über die quer eine neue Straße zum geplanten Gewerbegebiet „Am Stork“ führen soll. (Foto: © IG Stork)

Von 2001 bis 2011, also in den letzten zehn Jahren, sind in Nordrhein-Westfalen 633 km² Acker- und Grünlandflächen – fruchtbarer Boden, Offenlandbiotope einschließlich vieler Hecken und anderer ökologisch wertvoller Kleinstrukturen – verschwunden (1 km² = 100 Hektar = 1.000.000 m²). Das entspricht ungefähr der Fläche des gesamten Ennepe-Ruhr-Kreises sowie der Städte Hagen und Remscheid (zusammen 643 km²).

Nimmt man nur die gesamte Fläche der Gemeinde Wetter als Beispiel (31,47 km² inklusiv aller Ortsteile), dann wäre sie in nicht mal einem halben Jahr komplett zugebaut. Anders ausgedrückt: Innerhalb von 10 Jahren werden in NRW Flächen in Anspruch genommen, die über 20 Mal so groß sind wie das Stadtgebiet Wetters.

Flächenfraß in Volmarstein stoppen

Aktion „Stoppt Landfraß“ in Volmarstein
Aktion „Stoppt Landfraß“ in Volmarstein (Foto: © IG Stork)

Was solche Zahlen bedeuten, kann man sich besser vorstellen, wenn man sie z.B. mit der eigenen Wohnungsgröße vergleicht. – Das in Volmarstein geplante Gewerbegebiet „Am Stork“ soll circa 14 Hektar Bauflächen für Gewerbe und Straßen umfassen. 14 Hektar sind 140.000 m². Das entspricht der Fläche von

  • 3500 Wohnungen à 40 m² oder
  • 2800 Wohnungen à 50 m² oder
  • 1750 Wohnungen à 80 m² oder
  • 1400 Wohnungen à 100 m² oder
  • 1000 Wohnungen à 140 m².

Nähere Informationen zum Flächenverbrauch in Wetter hatten wir bereits 2009 zusammengetragen und mit Fotos und Karten veranschaulicht.

Über die Aktion in Volmarstein hat die Westfalenpost heute überregional in ihrem Hauptteil berichtet (Ausgabe vom 21. Januar 2012). Der Artikel samt Kommentar ist hier nachzulesen. Die Online-Version der NRW-Flächenverbrauchsuhr verdeutlicht das Problem ebenfalls sehr eindrücklich.

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Durch die Kommunalwahl am 30. August 2009 hat sich in Wetter einiges geändert. Zuerst einmal hat der neue Rat nicht mehr 46, sondern nur noch 40 Mitglieder. Mit dieser 2008 beschlossenen Verkleinerung geht eine jährliche Einsparung von etwa 18.000 Euro einher. Geändert haben sich zudem die politischen Gewichtungen im Rat. Nicht geändert hat sich hingegen der Bürgermeister. Frank Hasenberg (SPD) amtiert erst seit 2007 und stand daher nicht zur Wahl.

Auswirkungen auf den ersten Blick

Sitzveränderungen im Rat der Stadt Wetter im Vergleich 2004–2009
De-facto-Veränderung der Ratssitze 2004–2009 (Grafik: © IG Stork)

Die SPD hat nun bei einem Verlust von 2,6 Prozentpunkten vier Ratsmitglieder weniger. Die CDU (minus 3,4 Prozentpunkte) und die Bürger für Wetter (minus 6,5 Prozentpunkte) haben jeweils drei Sitze weniger.

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Am 30. August 2009 findet in NRW die nächste Kommunalwahl statt. In Wetter wird dabei nur ein neuer Rat gewählt, denn Bürgermeister Frank Hasenberg (SPD) amtiert erst seit 2007 und steht daher nicht zur Wahl. Auf Grund des verschobenen NRW-Kommunalwahltermins beginnt die Wahlzeit des neuen Rates erst am 21. Oktober 2009. Bis dahin werden noch die bisherigen Ratsmitglieder ihr Mandat ausüben. Die konstituierende Ratssitzung wird am 29. Oktober 2009 stattfinden.

Wahlaussagen zum Stork

Um zu sehen, welche direkten und indirekten Aussagen es zum geplanten Gewerbegebiet „Am Stork“ gibt, haben wir mal die Wahlprogramme unter die Lupe genommen und alle relevanten Sätze notiert. Die entsprechenden Passagen geben wir im Folgenden als unkommentierte Zitate wieder.

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